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Freitag, 22. Juni 2007
im zug von sevilla nach malaga (21.06.07 - 11:30 uhr)
don madiaz, 00:38h

ich sitze im nagelneuen mittelstreckenzug der renfe. spanien holt auf der schiene ganz schoen auf. im zug ist mehr beinfreiheit als im ave und ein praktischer riesenklapptisch. da der zug nicht mal zur haelfte besetzt ist, kann ich mich bequem ausbreiten. ein sehr entspanntes reisen das. es geht durch tolle landschaften aus sanften huegeln und steppen. endlose meere aus sonnenblumen, olivenbaeumen und abgeernteten korn. es ist wie lebendig gewordene landschaftsmalerei in gruen, gelb, ocker-braun, hellblau und weiss.
ich starre einfach so in die landschaft. monotoni des zugfahrens. meditation. kontemplation. dazu spielt mein iPOD "kid a" von radiohead. das wohl sperrigste nr.1-album der letzten jahre. eine verstoerende tieftraurige melange aus elektronik, akustik und eigenartig verhallten geraeuschen. ein interessanter kontrast zur harmonischen landschaft. helle landschaft und tiefschwarze, ton gewordene abgruende der seele. "everything in its right place" jammert thom yorke immer wieder. ist das bei mir so? ist nach dem camino in meinem kopf schon alles dort, wo es hingehoert? herrscht da jetzt schon ordnung?
in malaga werde ich mich aufs nichtstun konzentreieren. einfach nur drei tage sommer, sonne und strand. da habe ich nochmal ausgiebig zeit zum nachdenken und gedanken sortieren...
noch dreimal schlafen. dann wird der strohwitwer in mir endlich zu grabe getragen. sonntag frueh hole ich meine "media naranja" vom flughafen in malaga ab. endlich wieder als orange vereint...ich freue mich schon riesig auf unser wiedersehen und kann es kaum noch erwarten...bin mal gespannt, wie ich mich dann beim mietwagenfahren anstelle. und weiter gehts dann in die surfer- und coole-leute-stadt "tarifa". die ecke an dem mittelmeer und atlantik aufeinandertreffen...
das wird dann der erste schritt zurueck in mein zivilisiertes leben. eine aeusserst behaebige pilger-resozialisierung. langsam wird es aber auch wirklich zeit. so schoen andalusien auch ist. ein gewisses heimweh laesst sich nicht mehr verleugnen. ich vermisse die leute, die auf mich warten, meine katzen, meinen sport und (man hoere und staune) mein erlangen...
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