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Montag, 18. Juni 2007
sevilla (18.06.07 - 17:00 uhr)
don madiaz, 20:59h
oh mein gott, sevilla! ich hatte fast schon vergessen, wie schoen du doch bist...

ich sitze in einer seitenstrasse der kathedrale im schatten, trinke (schon wieder) eine jarra de cerveza und schreibe noch tagebuch.
so muss das sein. ich kann der dame in der hotelvermittlung am bahnhof meine vorstellungen zu meiner uebernachtung in relativ fliessendem spanisch verklickern. auch ihre antworten verstehe ich alle dem sinn nach...wenig spaeter habe ich eine reservacion fuer ein nicht zu teures zwei-sterne-hotel in zentrumsnaehe.
ich fahre mit bus zum centro urbano. ich laufe durch einen herrlich angelegten jardin mit baenken aus den von mir so geliebten azulejos. mein fotografisches gedaechtnis schlaegt alarm. hier war ich schon mal. als ich ums eck gehe, ist da auch schon der kunstvolle verzierte holzbalkon, den ich als bild in urlaubssehnsucht schon mehrfach auf meinem pc anschmachtete.

komisch - ich war in meinem bisherigen leben erst einen tag in sevilla und alles ist trotzdem so seltsam vertraut. als ich die kathedrale mit den vielen pferdekutschen sehe, wird mir warm ums herz. zwischen kathedrale und alcazar zupft ein gituarrero wunderschoene melodien auf seiner gitarre. ja, hier fuehle ich mich daheim...
mein hotel liegt zwei strassen von der kathedrale entfernt. die junge dame an der recepcion ist fuellig, aber sehr nett und mitteilsam. offenbar haelt sie mich fuer einen spanier ;o) das hotel ist in einem renovierten haus mit patio als treppenhaus. ich bekomme ein zimmer direkt unter dem dach und habe kathedralenblick. es ist einfach, aber funktional und stimmig eingerichtet. warum also mehr geld fuer mehr sterne ausgeben? ich habe vor vier jahren bereits eine individuelle gefuehrte und sehr informative tour durch sevilla hinter mir. ich kann jetzt also in den herrlichen arabisch anmutenden gaerten relaxen. kein touri-stress.

am donnerstag geht es dann weiter nach malaga wieder ans meer...

ich sitze in einer seitenstrasse der kathedrale im schatten, trinke (schon wieder) eine jarra de cerveza und schreibe noch tagebuch.
so muss das sein. ich kann der dame in der hotelvermittlung am bahnhof meine vorstellungen zu meiner uebernachtung in relativ fliessendem spanisch verklickern. auch ihre antworten verstehe ich alle dem sinn nach...wenig spaeter habe ich eine reservacion fuer ein nicht zu teures zwei-sterne-hotel in zentrumsnaehe.
ich fahre mit bus zum centro urbano. ich laufe durch einen herrlich angelegten jardin mit baenken aus den von mir so geliebten azulejos. mein fotografisches gedaechtnis schlaegt alarm. hier war ich schon mal. als ich ums eck gehe, ist da auch schon der kunstvolle verzierte holzbalkon, den ich als bild in urlaubssehnsucht schon mehrfach auf meinem pc anschmachtete.

komisch - ich war in meinem bisherigen leben erst einen tag in sevilla und alles ist trotzdem so seltsam vertraut. als ich die kathedrale mit den vielen pferdekutschen sehe, wird mir warm ums herz. zwischen kathedrale und alcazar zupft ein gituarrero wunderschoene melodien auf seiner gitarre. ja, hier fuehle ich mich daheim...
mein hotel liegt zwei strassen von der kathedrale entfernt. die junge dame an der recepcion ist fuellig, aber sehr nett und mitteilsam. offenbar haelt sie mich fuer einen spanier ;o) das hotel ist in einem renovierten haus mit patio als treppenhaus. ich bekomme ein zimmer direkt unter dem dach und habe kathedralenblick. es ist einfach, aber funktional und stimmig eingerichtet. warum also mehr geld fuer mehr sterne ausgeben? ich habe vor vier jahren bereits eine individuelle gefuehrte und sehr informative tour durch sevilla hinter mir. ich kann jetzt also in den herrlichen arabisch anmutenden gaerten relaxen. kein touri-stress.

am donnerstag geht es dann weiter nach malaga wieder ans meer...
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im zug von madrid nach sevilla (18.06.07 - 13:00 uhr)
don madiaz, 20:21h
das war also doch kein normales liga-spiel gestern. vielmehr hat sich am letzten spieltag zwischen sevilla und madrid die meisterschaft in der spanischen liga entschieden. madrid gewinnt nach einem 0:1-rueckstand mit 3:1 gegen mallorca und wird meister. ich sehe die endgueltige entscheidung zusammen mit etlichen anderen fans vor einer grossbildleinwand auf der gran via. jetzt brechen alle daemme. troten, gegroele, typische ole-ole-gesaenge, freudenspruenge, autohupen...die polizei gibt auf, den verkehr zu regeln und sperrt alle zufahrststrassen zum "plaz de cibeles". dort werden - wie ich jetzt auch weiss - traditionellerweise die meisterschaftsfeiern von real madrid abgehalten. dafuer also die ganzen vorbereitungen...kaum ist das spiel abgepfiffen, stroemen die fans zu mehreren tausenden zum platz. aus allen richtungen kommen die mit bier, fahnen und troeten bewaffneten fans. es wird miteinander gesungen, getanzt und sich gefreut. es ist eine unglaublich positive stimmung. ueberhaupt keine aggression, keine gewalt und nicht mal alkoholleichen. erinnert mich alles doch sehr an deustchland im sommer 2006. ich sehe mir das treibe bis kurz vor ein uhr an. dann mache ich schlapp und gehe zurueck in mein hotel. in der fernseh-liveuebrtragung sehe ich wenig spaeter den campeones-doppelstoeckerbus mit den fans, der seine runden um den platz dreht. raul, beckham, carlos und co lassen sich gebuehrend feiern. ich verpasse die ganze prominenz um ca. 45 min. aber mal unter uns: fuer eine mannschaft wie real madrid ist eine meisterschaft doch eigentlich pflicht. wer das geld fuer die bestern spieler der welt hat, sollte doch eigentlich ohne problem meister werden. aber eigentlich ist fussball mir ja sowas von egal...
ich schlafe heute bis kurz nach neun, lese noch ein paar kapitel, rasiere und dusche mich, packe in aller ruhe meinen rucksack neu und checke schliesslich aus. die sonne scheint und es ist wesentlich waermer als die letzten tage. madrid freut sich, dass ich endlich gehe...
fahre mit der metro zum bahnhof atocha. dort bin ich erstmal baff. bei den fernzuegen gibt es sicherheitsvorkehrungen wie am flughafen. mein gepaeck und ich werden durchleuchtet. man darf auch nicht sofort auf den bahnsteig. der zug wird aufgerufen und dann gibt es gemeinsames boarding. wohl alles eine konsequenz des anschlages vor ein paar jahren. gut, dass ich heute zeitig genug los bin...
ich fruehstuecke in der wartezone, lese und trinke mal wieder viel zu viel kaffee. ich bin so vertieft, dass ich gar nicht merke, dass sich eine fussballmannschaft mit einigen offiziellen herren neben mir niedergelassen hat. an den emlemen auf den hemden erkenne ich, dass es sich offenbar um eine mannschaft aus sevilla handelt. das fernsehen ist auch da und interviewt spieler und trainer. schnell sind auch autogramm- und andenkenjaeger da. die mannschaft laesst geduldig die vielen erinnerungsfotos ueber sich ergehen. mir kommt keiner der spieler bekannt vor. fuer mich sind das nur jungs in trainingsanzuegen mit modischen frisuren, die auch bei siemens erlangen spielen koennten...
wie ich da so sitze und das treiben beobachte kommt mir ein anderer beklemmender gedanke. ich denke an den anschlag, der sich hier vor einigen jahren ereignet hat. die opfer von damals fuehlten sich bei ihrer tasse cafe con leche bestimmt auch sicher und dachten nicht daran, dass sie bald sterben...ein kurzer anflug von paranoia...weiter nix...
der ave ist das pendant zu unserem ice. von aussen schaut er etwas schaebiger aus. die innenausstattung ist dann aber doch etwas luxurioeser. bequeme sessel, fernsehen und keine nervigen schaffner.
nach kurzer fahrt haben wir madrid hinter uns gelassen und fahren durch die fuer spanien typischen, steppenartigen huegellandschaften und olivenbaumhaine. unednliche weiten aus gruen, oliv, blau und weiss in cinemascope. einige dreidimensional wirkende wolken verstaerken den effekt.
der neben mir sitzende japanerin ist in etwa so alt wie ich. sie spricht ganz gut englisch und schaut nicht schlecht aus. ich lasse mich also gerne auf ein gespraech ein. sie hat gerade ihren job hingeschmissen und braucht mal etwas auszeit. sie ist ein europafan und gerade auf spanien-tour. sie ist von meinen fast 1000 km zu fuss sehr beeindruckt. sie ist fuer eine asiatin angenehm unaufdringlich. so unterhalten wir uns ueber eine stunde angeregt. als sie hoert, dass ich noch kein hotelzimmer habe, schaut sie betreten drein. sie meint wohl, dass ich heute unter der bruecke schlafen muss. sie hat ihr hotel bereits anfang mai gebucht und selbst da war es schon schwer. ich lasse mir aber keine angst einreden. irgendwo werde ich schon heute nacht schlafen...
ich schlafe heute bis kurz nach neun, lese noch ein paar kapitel, rasiere und dusche mich, packe in aller ruhe meinen rucksack neu und checke schliesslich aus. die sonne scheint und es ist wesentlich waermer als die letzten tage. madrid freut sich, dass ich endlich gehe...
fahre mit der metro zum bahnhof atocha. dort bin ich erstmal baff. bei den fernzuegen gibt es sicherheitsvorkehrungen wie am flughafen. mein gepaeck und ich werden durchleuchtet. man darf auch nicht sofort auf den bahnsteig. der zug wird aufgerufen und dann gibt es gemeinsames boarding. wohl alles eine konsequenz des anschlages vor ein paar jahren. gut, dass ich heute zeitig genug los bin...
ich fruehstuecke in der wartezone, lese und trinke mal wieder viel zu viel kaffee. ich bin so vertieft, dass ich gar nicht merke, dass sich eine fussballmannschaft mit einigen offiziellen herren neben mir niedergelassen hat. an den emlemen auf den hemden erkenne ich, dass es sich offenbar um eine mannschaft aus sevilla handelt. das fernsehen ist auch da und interviewt spieler und trainer. schnell sind auch autogramm- und andenkenjaeger da. die mannschaft laesst geduldig die vielen erinnerungsfotos ueber sich ergehen. mir kommt keiner der spieler bekannt vor. fuer mich sind das nur jungs in trainingsanzuegen mit modischen frisuren, die auch bei siemens erlangen spielen koennten...
wie ich da so sitze und das treiben beobachte kommt mir ein anderer beklemmender gedanke. ich denke an den anschlag, der sich hier vor einigen jahren ereignet hat. die opfer von damals fuehlten sich bei ihrer tasse cafe con leche bestimmt auch sicher und dachten nicht daran, dass sie bald sterben...ein kurzer anflug von paranoia...weiter nix...
der ave ist das pendant zu unserem ice. von aussen schaut er etwas schaebiger aus. die innenausstattung ist dann aber doch etwas luxurioeser. bequeme sessel, fernsehen und keine nervigen schaffner.
nach kurzer fahrt haben wir madrid hinter uns gelassen und fahren durch die fuer spanien typischen, steppenartigen huegellandschaften und olivenbaumhaine. unednliche weiten aus gruen, oliv, blau und weiss in cinemascope. einige dreidimensional wirkende wolken verstaerken den effekt.
der neben mir sitzende japanerin ist in etwa so alt wie ich. sie spricht ganz gut englisch und schaut nicht schlecht aus. ich lasse mich also gerne auf ein gespraech ein. sie hat gerade ihren job hingeschmissen und braucht mal etwas auszeit. sie ist ein europafan und gerade auf spanien-tour. sie ist von meinen fast 1000 km zu fuss sehr beeindruckt. sie ist fuer eine asiatin angenehm unaufdringlich. so unterhalten wir uns ueber eine stunde angeregt. als sie hoert, dass ich noch kein hotelzimmer habe, schaut sie betreten drein. sie meint wohl, dass ich heute unter der bruecke schlafen muss. sie hat ihr hotel bereits anfang mai gebucht und selbst da war es schon schwer. ich lasse mir aber keine angst einreden. irgendwo werde ich schon heute nacht schlafen...
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